Süßes Stevia, eine tropische Pflanze aus Südamerika, bietet eine natürliche Alternative zu normalem Zucker ohne Kalorien und ohne Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Neben der Verwendung als gesunder Süßstoff hat Stevia auch andere, weniger bekannte Auswirkungen auf die Zahn- und Hautgesundheit.
Süß und mit Wurzeln in Südamerika
Wenn wir an einen süßen Geschmack denken, denken die meisten von uns sofort an weißen Würfelzucker, Bienenhonig oder vielleicht Zichoriensirup. Aber Sie können eine Pflanze auf Ihrer Fensterbank zu Hause haben, die so süß ist wie ein Teebaum und Ihren Tee mit einem einzigen Blatt süßt. Es geht darum süßes Stevia, also Stevia rebaudiana.
Für viele Menschen ist Stevia nur ein modernes Pulver aus der Apotheke oder dem Reformhaus, man kann es aber auch auf der Fensterbank oder auf dem Sommerbalkon anbauen. Wenn Sie wissen, wie man es verwendet, erhalten Sie nicht nur eine konstante Quelle für gesunden Süßstoff.
Möchten Sie mit Stevia alt werden? Folgen Sie ihrer Spur in die feuchten und warmen Regionen der paraguayischen und brasilianischen Ebene. Es war den einheimischen Guaraní-Indianern dort jahrhundertelang bekannt und verehrt, lange bevor es vom westlichen Wissenschaftler Moises Bertoni für die moderne Welt entdeckt wurde. Die Indianer nannten es prachtvoll „ka’a he’e“, was einfach „süßes Gras“ bedeutet. Sie verwendeten es nicht nur zum Süßen ihrer bitteren Mate-Tees, sondern trugen es auch als Medizin gegen einen müden Körper und einen schmerzenden Magen bei sich.
Die unglaubliche Süße von Stevia ist nicht auf Saccharose zurückzuführen, sondern auf bestimmte sogenannte organische Verbindungen Steviosidy und Rebaudiosidy. Diese Stoffe haben eine erstaunliche Eigenschaft. Unsere Zunge nimmt sie als überaus süß wahr, der menschliche Körper kann sie jedoch nicht verstoffwechseln und in Energie umwandeln. Sie passieren unseren Verdauungstrakt, ohne einen einzigen Kalorienfußabdruck zu hinterlassen oder unseren Blutzucker in die Höhe zu treiben. Und das ist die Magie von Stevia.
So züchten Sie Ihren eigenen süßen Busch auf der Fensterbank
Der Anbau von Stevia unter unseren Bedingungen erfordert ein wenig Aufmerksamkeit. Leider ist es keine Pflanze, die von alleine üppig wächst, aber es ist auch nichts, womit ein begeisterter Gärtner nicht zurechtkommt.
Halten Sie sich an diese drei Grundregeln und Sie werden mit Stevia sicher Erfolg haben:
- Hitze und Sonne: Stevia liebt die Sonnenstrahlen. Platzieren Sie es auf der hellsten Fensterbank im Haus, idealerweise im Süden oder Osten. Sobald der Morgenfrost im Mai vorbei ist, stellen Sie ihn auf einen sonnigen Balkon oder eine sonnige Terrasse. Frische Luft und Sommersonne machen die Blätter noch süßer.
- Nass, aber smart: Seine Wurzeln benötigen konstante, mäßige Feuchtigkeit. Das Substrat sollte niemals völlig austrocknen, gleichzeitig steht Stevia jedoch nicht gern mit den Füßen im Wasser im Untersetzer. Verwenden Sie einen leichten Boden mit guter Drainage aus Sand oder Perlit. Sie können auch mit einem selbstbewässernden Topf nachhelfen.
- Normaler Haarschnitt: Um zu verhindern, dass Stevia nur zu einem langen, schwachen Stiel wächst, müssen Sie ihn regelmäßig kneifen. Haben Sie keine Angst, die Spitzen der Triebe einzuklemmen. Die Pflanze verzweigt sich schön, wird dicker und Sie erhalten viele frische Blätter zur sofortigen Verwendung.
Wie man Stevia anbaut, erfahren Sie auch in einem Beitrag auf dem YouTube-Kanal „Recipe of great ideas“.
Wofür ist es gut und was ist darüber wenig bekannt?
Die meisten Menschen verwenden Stevia einfach als Ersatz für Zucker in Kaffee oder Tee. Nehmen Sie einfach ein frisches oder getrocknetes Blatt, werfen Sie es in einen Becher mit einem heißen Getränk und schon haben Sie im Handumdrehen ein perfekt gesüßtes Getränk. Es eignet sich auch hervorragend für Obstsalate oder kalte Soßen. Es eignet sich sehr gut für Getränke, da sein Kräuteraroma hier nicht stört.
Gehen Sie beim Backen in der Küche jedoch vorsichtig damit um. Zucker im Teig dient nicht nur als Süßungsmittel, sondern verleiht Kuchen und Brötchen auch Volumen, Gewicht und Geschmeidigkeit. Wenn Sie den Zucker im Rezept mechanisch durch nur ein paar Tropfen Stevia-Extrakt ersetzen, wird der Teig steif und geht nicht auf.
Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Steviablättern und dem daraus hergestellten weißen Pulver, das Zucker imitiert. Es hat einen leichten Nachgeschmack von künstlichem Süßstoff. Es sollte sinnvoll eingesetzt werden und beispielsweise in Kombination mit anderen Süßungsmitteln.
Die verborgenen Geheimnisse des grünen Blattes
Über Stevia wird jedoch fast ausschließlich im Zusammenhang mit Gewichtsverlust und Diabetes gesprochen. Es lässt sich aber auch auf andere Weise nutzen und seine Vorteile können auch aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden.
- Es wird Ihre Zähne nicht verderben: Die Bakterien in unserem Mund, die Karies verursachen, ernähren sich von Zucker. Sie können jedoch keine Stevioside aus Stevia verarbeiten. Wenn Sie Stevia süßen oder seinen Sud als natürliches Mundwasser verwenden, schützen Sie Ihre Zähne vor Karies und Ihr Zahnfleisch vor Entzündungen.
- Erste Hilfe bei müder Haut: Das Abkochen von Steviablättern hat eine starke antibakterielle und adstringierende Wirkung. Daher wird die Abkochung zum Waschen der Haut verwendet und hilft bei .
- Natürlicher Hungerunterdrücker: Die traditionelle paraguayische Medizin empfiehlt, etwa eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit ein frisches Steviablatt zu kauen. Seine intensive Süße kann die Gehirnzentren täuschen und unterdrückt zuverlässig das unwiderstehliche Verlangen nach süßen und fettigen Speisen.
