Auf den Britischen Inseln nimmt es seit vielen Jahren einen Ehrenplatz auf den Sonntags-Tischen ein, während es in Deutschland nach wie vor im Schatten der beliebteren Fleischsorten steht. Roastbeef – ein edles Stück Rindfleisch, das im Ausland eine echte Karriere macht und allmählich auch bei deutschen Feinschmeckern Anerkennung findet. Was bringt die Briten dazu, sich ein klassisches Festessen ohne dieses Fleisch nicht vorstellen zu können, während deutsche Köche ihm weiterhin mit Vorsicht begegnen?

Roastbeef, das aus dem oberen Teil des Rinderschlachtkörpers zwischen Schulter und Filet geschnitten wird, ist mageres Fleisch mit einer feinen Marmorierung. Dadurch bleibt es beim Braten lange saftig und bekommt eine goldbraune, appetitliche Kruste. In Großbritannien ist es seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil von Familienessen, die langsam und mit viel Liebe zum Detail zubereitet werden. In deutschen Küchen kommt es selten vor, obwohl es leicht erhältlich ist und nach Meinung von Experten definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.
Warum sollte man sich für Roastbeef entscheiden?
Dieses Fleisch vereint einen hohen Nährwert mit vielfältigen kulinarischen Möglichkeiten. Es ist eine Quelle für leicht verdauliches Häm-Eisen, das für die Produktion roter Blutkörperchen notwendig ist, sowie für Zink, das das Immunsystem und den Hormonhaushalt unterstützt. Roastbeef enthält auch B-Vitamine, die für das Nervensystem und einen gesunden Stoffwechsel notwendig sind.
Es ist außerdem ein vollwertiges Protein, das alle notwendigen Aminosäuren enthält – ideal für Menschen, die sich um die Regeneration ihres Körpers und den Aufbau von Muskelmasse kümmern. Im Gegensatz zu Wurstwaren oder Würstchen ist Roastbeef frisches und natürliches Fleisch, das keine Konservierungsstoffe und künstlichen Zusatzstoffe enthält. Es zeichnet sich durch einen moderaten Fettgehalt aus, der geringer ist als bei den beliebten Rippchen oder Nacken, und behält dabei seinen intensiven Geschmack und seine Saftigkeit.
Vielseitigkeit in der Küche
Roastbeef kann auf verschiedene Arten zubereitet werden: im Ofen backen, in der Pfanne braten, auf dem Grill zubereiten – in jeder Variante beeindruckt es durch seine Zartheit und sein Aroma. Am besten schmeckt es, wenn es nach kurzem Anbraten bei einer Temperatur von etwa 180 °C in den Ofen kommt und bis zum gewünschten Gargrad – von blutig bis medium – gebacken wird. Nach dem Herausnehmen aus dem Ofen sollte es unter einem Deckel „ruhen”, damit sich die Säfte gleichmäßig verteilen können.
Er wird heiß serviert – mit Gemüse, Kartoffeln oder einer leichten Soße – und ist ein exquisites Gericht für ein Familienessen. Kalt eignet er sich hervorragend als Beilage zu Sandwiches, Salaten oder Vorspeisen. Wichtig: Immer quer zur Faser schneiden, damit die Zartheit und der volle Geschmack erhalten bleiben.
Roastbeef – ein unterschätzter Held mit Potenzial
Obwohl Roastbeef in Deutschland nach wie vor anderen Fleischsorten unterlegen ist, verdient es einen Platz auf dem täglichen Speiseplan. Als ausgezeichnete Quelle für Eiweiß, Eisen und B-Vitamine sowie aufgrund seiner außergewöhnlichen kulinarischen Vielseitigkeit ist es ein gesunder und schmackhafter Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

