Im Internet gibt es viele gute Ratschläge zum Thema Essen, aber auch viele Missverständnisse. Zu den am weitesten verbreiteten Mythen gehört, dass Kartoffeln bzw. die darin enthaltenen Kohlenhydrate zu Fettleibigkeit führen sollen. Aber ist es wirklich so?
Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass Kartoffeln zur Gewichtszunahme beitragen, weil sie Kohlenhydrate enthalten. Tatsächlich bestehen sie zu etwa 80 % aus Wasser und enthalten nur etwa 75-80 Kilokalorien pro 100 Gramm.
Es enthält komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, aber sehr wenig Fett. Dies macht es zu einer der kalorienärmsten Beilagen. Die Vorstellung, dass Kartoffeln zur Gewichtszunahme beitragen, ist also ein Mythos.
Was sind Kohlenhydrate?
Kohlenhydrate bestehen nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung aus Zuckermolekülen Sie sind eine der wichtigsten Energiequellen für den Menschen. Der Organismus nimmt sie als Energiequelle schneller auf als Fette, da sie direkt in Glukose zerlegt werden, die sowohl für die Bewegung als auch für lebenswichtige Funktionen notwendig ist.
Je aktiver Sie sind, desto höher ist Ihr Energiebedarf. Auch im Ruhezustand verbraucht der Körper Energie, um lebenswichtige Funktionen wie Herzfrequenz, Atmung und Gehirnaktivität aufrechtzuerhalten. Dieser Verbrauch wird als Grundstoffwechsel bezeichnet.
Kohlenhydrate: Einfach-, Doppel- und Polysaccharide
Es gibt verschiedene Arten von Kohlenhydraten: Abhängig von der Länge der Zuckermoleküle können sie in Monosaccharide, Disaccharide und Polysaccharide eingeteilt werden. Polysaccharide, wie sie beispielsweise in Vollkornprodukten, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten enthalten sind, werden langsamer verdaut und sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl.
Kurzkettige Kohlenhydrate aus Süßigkeiten, Weißmehlprodukten oder stark verarbeiteten Lebensmitteln werden schnell ins Blut aufgenommen. Dies führt zu einem starken Anstieg des Blutzuckers und des Insulins, gefolgt von einem starken Abfall des Blutzuckers und das Sättigungsgefühl verschwindet schnell. Wer solche Lebensmittel zu sich nimmt, wird bald wieder Hunger verspüren.
Jeder, der abnehmen möchte, muss ein Kaloriendefizit einhalten.
Kohlenhydrate allein führen nicht zu einer Gewichtszunahme. Entscheidend ist die Art der Kohlenhydrate und die Gesamtenergiebilanz – also ob wir über einen längeren Zeitraum mehr Kalorien zu uns nehmen, als wir verbrennen. Wenn ja, nehmen wir zu. Bleiben wir unterhalb unserer Gesamtenergiebilanz, nehmen wir wie empfohlen ab Verbraucherberatungsstelle.
Welcher Anteil Ihrer Ernährung sollte aus Kohlenhydraten bestehen?
Für eine ausgewogene Ernährung benötigt der menschliche Körper verschiedene Nährstoffe: Makronährstoffe (Proteine, Kohlenhydrate, Fette), Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe wie Kalium, Spurenelemente wie Eisen) und Ballaststoffe.
Bisher das Ernährungsunternehmen empfohlen, dass etwa 45–60 % der täglichen Energieaufnahme aus Kohlenhydraten stammen sollten. Allerdings wird diese Empfehlung nun in Frage gestellt, da die FDA (Food and Drug Administration), eine Regierungsbehörde des Ministeriums für Gesundheit und menschliche Dienste, in ihrem der neuesten Ernährungsempfehlungen vom 7. Januar hat die Ernährungspyramide praktisch auf den Kopf gestellt. Nach diesen Empfehlungen gewinnen beispielsweise Proteinquellen an Bedeutung, während Kohlenhydrate an Bedeutung verlieren.
Eines bleibt unbestritten: Kohlenhydrate sollten vorzugsweise aus komplexen, ballaststoffreichen Quellen wie Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten oder Kartoffeln stammen. Und hier darf nicht getäuscht werden: Wer Kartoffelchips isst, isst nicht hauptsächlich Kartoffeln, sondern Fett, Zusatzstoffe und Salz. Wenn Kartoffeln gegessen werden in Form von Chips oder ChipsIm Hüftbereich wird genau das darin enthaltene Fett gespeichert, nicht die Kohlenhydrate.
Was bringt der Low-Carb-Diät-Trend?
Kohlenhydrate geraten oft unverdient in einen schlechten Ruf, was durch den Trend zu „Low Carb“-Diäten befeuert wird, die darauf abzielen, Kohlenhydrate so weit wie möglich aus der Ernährung zu streichen. Es wird behauptet, dass diejenigen, die diese Diät befolgen, einen gesunden Lebensstil führen und besonders schlank sind.
Allerdings ist der vollständige Verzicht auf bestimmte Kohlenhydrate keine ausgewogene und gesunde Ernährung. Wer sich an eine so strikte Vorgehensweise hält, riskiert gesundheitliche Probleme. Eine übermäßige Reduzierung der Kohlenhydrataufnahme kann zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder verminderter Leistungsfähigkeit führen, da dem Gehirn seine bevorzugte Energiequelle entzogen wird.
Abnehmen mit einer Low-Carb-Diät ist eine Illusion.
Äußerlich erfolgreiche Abnehmergebnisse können irreführend sein: Low-Carb-Diäten führen oft zu einem schnellen Gewichtsverlust, der jedoch hauptsächlich auf den Wasserverlust zurückzuführen ist. Kohlenhydrate werden im Körper in Form von Glykogen gespeichert und jedes Gramm bindet mehrere Gramm Wasser. Wird die Kohlenhydrataufnahme drastisch reduziert, werden diese Speicher aufgebraucht und Wasser aus dem Körper ausgeschieden – das macht sich zwar am Gewicht bemerkbar, es handelt sich aber nicht um einen Nettofettverlust.
Daher tragen Kartoffeln und andere komplexe Kohlenhydrate nicht zur Gewichtszunahme bei. Bei maßvollem Verzehr, kombiniert mit einer ausgewogenen Ernährung und kontrollierten Portionen, haben sie ihren Platz auf dem Teller und sorgen für ein Sättigungsgefühl, ohne dass sich das automatisch auf das Gewicht auswirkt.


